Jangtse Fluss
Der Jangtse ist der längste Fluss Chinas, der dritt längste der Welt. Er teil China in Nordchina und Südchina und spielt in der Geschichte des Landes eine große Rolle - zumal an seinen Ufern wichtige Schlachten und Ereignisse stattfanden. So überquerte beispielsweise die Volksbefreiungsarmee 1949 seine Gewässer und seit Mitte des letzten Jahrhunderts haben westliche Mächte kein Recht mehr, mit Kanonenbooten auf ihm zu fahren. Der Name selber bezieht sich eigentlich nur auf eine Flussüberquerung, wurde aber von englischen Besuchern fälschlicherweise auf den ganzen Fluss übertragen und besteht bis heute in dieser Form. Chang Jiang - der lange Fluss - wird er in China genannt, in Tibet, wo er entspringt, stattdessen als Dri Chu, der 'Kuh-Fluss'.
Er entspringt in über 5.000 m Höhe in Tibet an einem Gletscher und verläuft 6.300 km bis zu seiner Mündung. 2.800 km davon sind schiffbar. Er ist die wichtigste Trinkwasserquelle für zahlreiche Großstädte entlang seiner Ufer, doch eine massive Verschmutzung durch Industrie und Landwirtschaft gefährdet das Umkippen seines Ökosystems innerhalb der nächsten Jahre. Außerdem hat das große Staudamm-Projekt zahlreiche Gegensprecher, da nicht nur der Verlauf des Flusses erheblich verändert wird, sondern auch seine Ufer und die Verschlammung immer mehr Überhand nimmt. Doch er hat auch gutes gebracht: Überschwemmungen wurden verhindert, zahlreiche Kohlewerke konnten geschlossen werden. Ein neues Projekt, den wasserarmen Norden mit dem Jangtse zu bewässern ist ein weiterer Streitpunkt zwischen Wirtschaft und Ökologie.
Von Yibin bis zu seiner Mündung in den Pazifik ist der Jangtse mit Schiffen zu befahren. Wichtige Binnenhäfen sind hier Nanjing, Wuhu, Jiujiang, Wuan-Hankou und Yichang. An der Mündung hingegen befindet sich Shanghai.



